Dienstag, 30. August 2011

Prophetenjünger und Piusbrüder: echt incorrect

Oder: Die Bergpredigt gilt für alle Christen. Nur nicht für uns. 

Ja Servus,

wir hatten nicht wirklich geglaubt, dass unsere Merkle/Mannheimer-Demaskierung als Jünger eines alkoholabhängigen US-Wunderheilers und Wanderpredigers was bewirken würde. Und wie sich nun rausstellt, hat es -zumindest beim Blog "Politically Incorrect"- bislang gar nichts bewirkt. Dort lassen Herre und Konsorten weiterhin die Wirrköpfe und selbsternannten Gotteskrieger von der "Initiative1683.com" vom Leder ziehen, lügen und die Geschichte verdrehen, dass einem schlecht wird. Oder dass man lachen muss, je nachdem.

Es ergeht sich diesmal der "Jihadwatch"-Chef Robert Spencer in den gleichen Aussagen über den Islam, die wir schon von dem bemitleidenswerten Profilneurotiker (kein Text von ihm ohne Hinweis auf seine angeblich so umfangreiche publizistische Erfahrung)  Merkle/Mannheimer kennen.

Man macht sich nichtmal die Mühe, den Beitrag von der Initiativen-Heimseite Homepage zu PI hineinzukopieren. Nein, man setzt einen Link, und der geht gleich zur Heimseite Homepage dieser unsäglichen "Initiative1683". 

Wie hoch das ganze bei PI aufgehängt ist, zeigt, dass es sich weder um einen Gastautor handelt, der den Link setzt, noch um einen der namentlich bekannten Hassprediger "Autoren" wie "kybeline", "byzanz", Herrn Kiwitt oder "kewil". Nein...als Autor des Beitrags, der direkt zur "Initiative1683" verweist, steht da "PI". "Das Team" um den Sportlehrer-Mastermind selbst. 

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Danke...das ist die Bestätigung für den Verdacht, den wir schon lange hatten: 
a) PI ist inzwischen radikal-evangelikal, und 
b) Karl Michael Merkle Mannheimer (der!!) ist tatsächlich der gedankliche Vorturner dieses Blogs.

Denn die Wortwahl des PI - Artikels entspricht mit dem Gefasel von der "Verheiratung von Kommunismus und Islam" ganz der der "Prophetie" des alkoholisierten Wunderheiler-Propheten Paul Cain. Des geistig-geistlichen Übervaters unseres beliebten Mannheimer. 
Zu "kreuz.net", dem radikal reaktionär-klerikalen Hetzblog, für das nachweislich namentlich bekannte NPD-Mitglieder schreiben, fehlt dann ja nicht mehr viel. Zumal PI sich ja neben dem in den letzten Wochen deutlich spürbaren Rechtsruck seit neuestem auch für die so tolerante und beliebte "Pius-Bruderschaft" stark macht.

Zum Text bzw. "Interview" (so nennt man das bei den "Prophetenjüngern", wenn man sich mit gedanklichem Inzest ausschliesslich selbst befruchtet):

Der Text strotzt nur so vor gefühlten hundert Ortografi / und Interpunzionsfehlern, was auf Michael Karl Michael Merkle Mannheimer als Autor schliessen lässt. Denn der nimmt es mit den Genauigkeiten der deutschen Sprache in seinem Eifer oft nicht allzu genau. 
Viel gibt es zum Inhalt nicht zu sagen, denn da steht nicht viel anderes als das übliche Geschwurbel im Mannheimer-Cain-Prophetie-Ton über die "Verheiratung von Islam und Kommunismus", welches wir nun nicht mehr kommentieren werden (dieses Geschwafel spricht für sich!). Auffallend ist allerdings, dass an diesem "Verheiratungs"-Begriff so konsequent festgehalten wird: er wird immer wieder mantraartig aufgegriffen.

Zwei Dinge aber sprangen uns ins Auge: eine klare Geschichtsfälschung, und ein logischer Widerspruch.

- Um die "These" von der "Verheiratung" von Islam und Kommunismus irgendwie zu untermauern, behauptet Robert Spencer, die Kommunisten und der schiitische Islam hätten sich verbündet, um den Schah von Persien davonzujagen. Doch, das steht da wirklich.

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War das so?
Sagte Ayatollah Chomeini über die Ausrichtung der Revolution nicht folgenden Satz, den er von Ali Schariati übernommen hatte?
"Na Sharghi Na gharbi Jomhuriyeh Eslami"
(Weder Ost noch West [sondern eine] Islamische Republik).
Damit war gemeint, dass man weder westliche Standards, noch die des damals noch sowjetdominierten Ostblocks übernehmen werde. So wollte man sich von so ziemlich allen anderen Herrschaftssystemen im damaligen Nahen Osten abgrenzen. Die marxistische Tudeh-Partei war zwar ebenfalls in der persischen Oppositionsbewegung aktiv, leistete jedoch eher passiven Widerstand. Daneben gab es noch bewaffnete maoistische Guerillas, aber von einer Verbündung oder "Verheiratung" (?!?) mit dem Islam konnte keine Rede sein.
Herr Spencer: eine glatte Geschichtsfälschung!

- Wir zitieren ja gern die Bergpredigt, und siehe, Herr Spencer tut das auch.

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Komischerweise kommt aber Herr Spencer zu dem Schluss, dass die Bergpredigt ausser Kraft gesetzt ist, wenn man vom bösen Islam auf die Wange geschlagen wird. Denn DANN soll man die andere Wange NICHT hinhalten. Sondern, man soll sich WEHREN!

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Klar, würden wir vermutlich auch tun. Aber: wir sind keine bekennenden Christen. Spencer/Mannheimer schon, zumindest halten sie sich für Christen. Aber Christi Satz von der Feindesliebe knipsen sie aus wie eine Energiesparlampe.

Merkwürdig, dass man ausgerechnet den zentralen Satz seiner eigenen Religion temporär ausser Kraft setzt, damit man Hass und Angst weiterverbreiten kann. Wenn man nur Teile der Lehre betrachtet und andere bewusst ausblendet, weil sie einem nicht passen...also "sektiert", ist man dann nicht eine "Sekte"?

So long

Der Falke




Edit: 31.08.2011, 20:29. Unser Verdacht war richtig. Das Interview ist -natürlich- auch bei "Michael Mannheimer"s eigenem Blog erschienen.

Anmerkung für alle humor- und ironiebefreiten PI-Leser: Zeilen in rot sind ironisch gemeint. Danke.

Freitag, 26. August 2011

"BILD.de" und die Nazis: heute so, morgen so

Oder: wie man sich einen Wissenschaftler kauft - und einen Unbequemen loswird


Ja Servus,

es ist zum Haare raufen.

Wenn BILD.de ein Sternzeichen hätte, wäre es "Schnecke". Denn die haben ja mal so überhaupt gar kein Rückgrat. Mal gehen sie mit einer Nachricht so um...und mal ganz anders. Wies grad passt.

Diesmal: Malte Engelmann.
Da fällt der Bremer CDU-Politiker aus der Rolle und verwendet den Satz "Kauft nicht bei Juden" in seinem Blog bzw. auf seiner Homepage. Das ist natürlich suboptimal. Da verbreitet der ja Nazi-Parolen, und das geht nicht. Also jault BILD.de auf: "Nazi-Skandal um Bremer Jung-Politiker". 

So weit stimmts ja noch. So lange man den Hintergrund nicht kennt. Und der steht -natürlich- nur unvollständig bei BILD.de: Engelmann habe sich mit dem unpassenden Vergleich gegen Islam-Ressentiments in seiner Partei wehren wollen. Doch zu Engelmanns Beweggründen später mehr.

BILD.de natürlich, nicht faul, zitiert sofort einen Politologen als Fachmann heran. Es eilt, den Satz wissenschaftlich einzuordnen, herbei: Dr. Christoph Kopke. Und der sagt pflichtgemäss: 
"Das geht nicht! Islam-Angst kann man auf keinen Fall mit diesem Nazi-Spruch gleichsetzen. Diese Parolen taugen überhaupt nicht für eine politische Auseinandersetzung. Man kriegt einen Schreck, wenn man das liest."
Okay, das schlucken wir auch noch. Naja, für sich gesehen hat er ja auch recht.

Aber:
Lieber Herr Kopke, WO waren Sie eigentlich, als Jürgen Fliege DIESEN Satz sagte:

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Ja, geneigter Leser, Sie lesen richtig: das ist ja genau das gleiche. Nur: Jürgen Fliege sagt diesen Satz nicht auf seiner Homepage oder in seinem Blog, sondern auf BILD.de selbst. Und der Satz bleibt völlig unkommentiert, er steht da einfach, und er steht da noch immer! Kein Aufjaulen von BILD.de, keine heisere Schlagzeile, und kein Politologe. 
Wir hatten den Satz schonmal angeprangert, vor allem die fehlende Reaktion der BILD-Redaktion darauf. Passiert ist natürlich nix...dafür sind wir zu klein. 

Und das heisst, der Satz steht da weiterhin! Diese unsägliche Holocaust-Relativierung des Herrn Fliege, auch noch verbunden mit der konstruierten Opferrolle der faschistoiden Scientologen. Eine Verhöhnung von sechs Millionen ermordeten Juden: die gefolterten, schikanierten und vertriebenen gar nicht mitgezählt. Ein Satz, den wir eher von John Travolta oder Tom Cruise erwartet hätten. Oder von David Miscavige

Also, Herr Dr. Kopke: DA hat Sie keiner von BILD.de angerufen und gesagt: "Machen sie doch mal'n Statement dazu!" Nicht wahr? Wir sind eigentlich der Ansicht, dass dieser Satz von Herrn Fliege ein viel grösserer Anreiz für einen Wissenschaftler wie Sie gewesen wäre, sich zu Wort zu melden und die Sache einzuordnen. 
Oder: sollte es für Ihre Haltung der BILD.de-Redaktion gegenüber eine Rolle spielen, dass Sie vom Springer-Konzern (zu dem BILD ja gerüchteweise gehören soll), Forschungsmittel erhalten?!? Hä?
Wessen Namen finden wir da auf dieser Liste der Zuwendungen der Springer-Stiftung an Wissenschaftler? Etwa Ihren?


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Hält man die Klappe ob des unsäglichen Fliege-Geseiheres in einem redaktionellen BILD.de-Beitrag, wenn man von Springer bezahlt wird? Und meldet sich nur zu Wort, wenn man gebraucht wird, um einen unbequemen, weil nicht islamfeindlichen, CDU'ler loszuwerden? Oder was?

So, und nun zum Hintergrund: jetzt ordnen WIR das mal ein, mithilfe der taz.

Natürlich, auch wir wehren uns, wenn der Holocaust so platt relativiert wird. Das ist immer gefährlich. Und kurz gesagt, Herr Engelmann: das war echt ein Griff ins WC. Eine andere Formulierung wäre besser gewesen. Eigentlich wäre jede andere Formulierung besser gewesen.

Aber:
die unterschiedlichen Reaktionen auf Fliege und Engelmann sowie die unterschiedlichen Beweggründe der beiden sind schon sehr befremdlich. Engelmann wollte zuspitzen und islamfeindliche Trends in der CDU kritisieren. Fliege hingegen hat den Satz nur eingesetzt, um hemmungslos Kohle zu machen. Und keiner sagt was (vom Politblogger mal abgesehen).

Von der taz (s. u.) mal abgesehen, macht sich niemand die Mühe*, den Hintergrund zu beleuchten. Nein, man drängt Engelmann zum sofortigen Rücktritt. Dabei hat er gar nicht dazu aufgefordert, "nicht bei Juden zu kaufen", wie es perfiderweise jetzt dargestellt wird. Sondern es war eine -wenngleich äusserst unpassende und geschmacklose- satirische Zuspitzung gegenüber einem "Parteifreund", der Engelmanns Aussage nach "islamfeindlich" eingestellt sei, und ihn, Engelmann, wegen seines offenen Umgangs mit Muslimen kritisiert hatte.

Der ganze Hintergrund ist bei der taz nachzulesen, und dann versteht man auch den Kontext des Originaltextes von Malte Engelmann. Engelmann ist nun politisch tot, während Flieges Satz bislang weitgehend unbemerkt im Netz vor sich hin wabert und unwidersprochen ist. Ein echter Skandal: danke, liebe Schnecken von BILD.de.

Verkehrte Welt. 

Naja, wenigstens hat man jetzt geschafft, dass der als "modern und gemässigt" geltende Engelmann nun aus dem Weg ist. Dann kann man ja nun versuchen, als seinen Nachfolger jemanden zu installieren, der seinem Vorgänger im Amt des JU-Vorsitzenden in Bremen ähnlicher ist. Der soll nämlich ein "Rechtsaussen" gewesen sein, wie die taz schreibt.

So long

Der Falke
*Edit: 26.08.2011, 18:22 Herr Heinser hat sich inzwischen die Mühe gemacht, den Hintergrund zu beleuchten. Vielen Dank.

Mittwoch, 24. August 2011

Herr Thiergart, "kewil" und "Dr. Tourette": die drei vom ganz rechten Ufer

Herr Timke (MdL), wo schalten SIE denn Werbung?!?

Ja Servus,

nach dem der Politblogger höchstwahrscheinlich die Identität des "Politically Incorrect"-Schreiberlings "kewil" (Spitzname: "Dr. Tourette") aufgedeckt hat, wollen wir mit diesem Artikel Lob und Anerkennung aussprechen ... und ein wenig assistieren. Wir sind ja die Greenhorns.

Zunächst möchten wir die Recherchen des Politbloggers erhärten: auch wir haben einen Hinweis darauf, dass "kewil" tatsächlich "Michael Thiergart" heisst. Denn auf der lt. "denic" auf Herrn Thiergart registrierten Seite "Fakten-Fiktionen.de" finden sich im Impressum rechts unten zwei Links, die mit "kewil" überschrieben sind. 


Einer der Links führt  zu einem Forum "open-speech.com", wo in hölzernem Deutsch gegen den Islam herumfabuliert wird. Der andere Link führt ins Nichts.

Aber das war nur ein Nebeneffekt unserer Recherchen. Eigentlich ging es uns nämlich um was ganz anderes. Wie so oft waren wir mal wieder über was gestolpert. Nämlich über eine e-mail-Adresse. Ähm...Verzeihung: über eine "ePost-Adresse". Nämlich über die hier, im Impressum von Thiergarts Seite "Fakten-Fiktionen.de":

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Jaja, Herr Thiergart verwendet nicht den landläufigen Begriff "E-Mail", sondern den speziellen Begriff "ePost". DAS allerdings hatten wir schonmal woanders gesehen, wenn auch in einer etwas anderen Schreibweise. Hier nämlich: auf der Kontaktseite der NPD, unten in der Fusszeile.

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Na sowas: die gleichen Begrifflichkeiten bei Herrn Thiergart und bei der NPD? Was steckt dahinter? Wir könnten jetzt wortreich unsere Vermutung darlegen, wonach diesen Begriff nur Leute benutzen, die politisch eher weit rechts stehen. Und deshalb englische Begriffe wie "e-mail" vermeiden. Aber wir lassen da gern die Fachleute zu Wort kommen. Zum Beispiel hier:
"Wer hier genau hinsieht, weiß schon, aus welcher Richtung der Wind weht. Denn: Keine E-Mail, sondern eine E-Post soll schreiben, wer Autor werden will. Eine E-Post also - um die Reinheit der deutschen Sprache zu bewahren, vermeidet die rechte Szene und vor allem ihr publizierender Teil tunlichst Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch."

oder hier:
"...Um es kurz zu machen: Der VDS ist ein kurioser Verein, dessen Vorstände und Zentrale keine E-Mail-, sondern eine "E-Post"-Adresse haben (ein Wort, das einem ansonsten eigentlich nur bei Rechtsextremen begegnet, wenn sie mit ihrem "Klapprechner" im "Weltnetz" unterwegs sind)..."

Ja, und dass das mit der "ePost" bei Herrn Thiergart kein Unfall war, das zeigt das Impressum der Webseite "Harte-Zeit.de". Die Webseite ist auch auf Herrn Thiergart registriert. Und siehe da: auch hier heisst es "ePost" statt "e-mail".

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Sollte der Herr Thiergart, mithin wohl auch als "kewil" unterwegs, also ein Rechtsradikaler sein? Oder diesen zumindest nahestehen? Das machte uns neugierig, und nun fingen wir an zu forschen. Um ehrlich zu sein: schwer war es nicht, Anzeichen dafür zu finden, dass kewil / Thiergart einer vom ganz rechten Ufer ist.

Dazu musste man nur ein wenig systematisiert die Seite "Fakten-Fiktionen.de" durchsuchen. Was man da so alles findet! Hier einige Beispiele:

- In dem Artikel über die neuerlichen Ermittlungen gegen John Demjanjuk nimmt der Verfasser ganz eindeutig Stellung für den verurteilten KZ-Aufseher... 

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- In einem Artikel, in dem Einbürgerungen von "Nichtsnutzen" abgelehnt werden, findet sich folgender Kommentar (siehe Ausriss). Da faselt einer von "Bluts- und Gemütsdeutschen", und rezitiert doch tatsächlich ein "Gedicht" von Dietrich Eckart, in der Weimarer Republik der völkische Stichwortgeber des aufstrebenden Adolf Hitler: 

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- Im gleichen Artikel findet sich ein weiterer Kommentar, der jeder Beschreibung spottet. Wo Menschen zum Tier gemacht werden, ist jegliche Diskussionsgrundlage entzogen. Bitte einfach grossklicken und sich die markierten Stellen mal anschauen. 

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Kleine Frage am Rande: Ob der Polizist Jan Timke, gewählter Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft (und damit Landtagsabgeordneter!) weiss, was da neben seinem Konterfei so alles vom Stapel gelassen wird? Wer sich mit den Schmuddelkindern einlässt, wird dreckig...
Und der User "Luther", der da von Muslimen als "Satansanbeter" faselt, und sie alle "nach Nürnberg" vor Gericht zerren will, der erinnert uns doch sehr an das indirekte Alkohol-Opfer "Michael Mannheimer", und seinen Internet-Pranger "Nürnberg 2.0".

Also, geneigte Leser:
Ist Herr Thiergart ein Rechtsradikaler? Die Beiträge sind mutmasslich von ihm selbst, und wenn nicht, ist er trotzdem verantwortlich. Und Kommentare kann man löschen...hat er aber nicht...

So long

Der Falke




Edit 08.09.2011: wir glauben inzwischen nicht mehr, dass Herr Thiergart der PI-Autor "kewil" ist. Es haben sich die Anzeichen verdichtet, dass Herr Thiergart die Blogs von "kewil" übernommen hat, seit dieser für PI schreibt. Herr Thiergart schreibt wohl unter dem Pseudonym "rauchmelder". 

Sonntag, 21. August 2011

Stürzenberger stürzt nach rechts

"Ethnopluralismus:" "Ausländer raus!" für Gebildete

Ja Servus,


manchmal sind es zunächst übergangene Details, die bei näherer Betrachtung grössere Zusammenhänge aufzeigen oder sogar auslösen können.

Heute war ein solches Detail ein Name in einer Artikelattrappe von "Politically Incorrect". Der PI-"Autor" Michael Stürzenberger (aka "byzanz") liess sich mal wieder - wie originell! - mit üblichem Geschwurbel über den Islam aus. Anlass war die ZDF-Serie über den "Heiligen Krieg", für die die rührige ZDF-Geschichtsredaktion unter Prof. Dr. Guido Knopp verantwortlich zeichnet.




Originalausriss

Über das Inhaltliche des PI-Artikels wollen wir hier gar keine Worte verlieren. Das würden wir nur tun, wenn uns Stürzenberger mit etwas neuem überraschen würde. Mit etwas anderem als seiner üblichen und offenbar pathologischen Islamophobie. Nein, es geht uns hier um die Art, wie Prof. Dr. Knopp niedergemacht werden soll. 

Das tut "byzanz" nämlich, indem er sich des Urteils eines -hört, hört!- Historikers, sogar eines etablierten und bekannten Historikers, bedient. Der 2007 verstorbene Werner Maser hatte zu Lebzeiten Kritik an Knopps Arbeit geäussert. 

Werner Maser, 1922 - 2007

Und diese Kritik an Knopp, zudem Masers ehemaliger Schüler, nennt Stürzenberger "vernichtend".

"Naja", denkt sich der geneigte Leser: "wenn ein Historiker über den bundesweit so bekannten Prof. Knopp ein schlechtes Urteil fällt, und dieser Historiker sich als dessen 'Lehrmeister' herausstellt, dann muss ja an der Kritik auch was dran sein." Stimmt, sollte man meinen.


Aber:
So wie Stürzenberger Werner Maser zu Rate zieht, um Knopp einzuordnen, 
ziehen WIR jetzt Werner Maser zu Rate, um Stürzenberger einzuordnen. 


Werner Maser war Historiker, soviel lassen wir mal stehen. Aber mit zunehmendem Alter näherte er sich immer mehr geschichtsrevisionistischen Positionen an. Man stufte ihn in Rezensionen seiner Werke als "Nationalkonservativen" ein, der bestrebt war, das Hitler-Bild zu relativieren. Die sehr konservativen  Ideen nicht gerade abgeneigte "Welt" rückte Maser immerhin in die Nähe des verurteilten Holocaustleugners David Irving, und schrieb in ihrem Nachruf auf Maser: 
"...Allerdings folgte Maser seit Mitte der siebziger Jahre dem Weg Irvings zum Geschichtsrevisionismus. Sein Buch über das "Tribunal der Sieger" enthielt bereits zweifelhafte Thesen; 1977 machte er sich für den angeblichen"Hitler-Sohn" Jean-Marie Loret stark. Er brachte sogar die Nachfahren von Hitler-Verwandten dazu, ihn zum "Nachlassverwalter" des "Führers" zu ernennen - obwohl das Bayerische Finanzministerium das Hitler-Erbe verwaltet. [...]
Mit seinen Büchern "Der Wortbruch" (1994) sowie "Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin" (2004) verließ Maser dann jedoch endgültig den Boden der querdenkerischen, aber produktiven Zeitgeschichte...."
Masers Bücher erscheinen in Verlagen wie zB dem "Bublies-Verlag". In diesem Verlag erscheinen beispielsweise auch "Werke" wie

- Karl Dönitz: "Mein soldatisches Leben"
- Wilhelm Keitel: "Generalfeldmarschall und Chef des Oberkommandos der Wehrmacht"
- Artur Axmann: "Hitlers letzter Reichsjugendführer erinnert sich"
- Gerd Schultze-Rhonhof: "Der Krieg, der viele Väter hatte"
- Andreas Molau: "Alfred Rosenberg - Der Ideologe des Nationalsozialismus" (Molau ist ehemaliger NPD-Bundestagskandidat)

Zur Erläuterung der beiden Zeitgenossen: 
Schultze-Rhonhof ist ein ehemaliger General der Bundeswehr. Er vertritt in seinem Buch unter anderem eine Mitschuld Polens am 2. Weltkrieg, und inspirierte so wohl Erika Steinbach zu dem Satz, dass sie nichts dafür könne, dass Polen schon vor den Deutschen mobilgemacht habe. Was wiederum sehr deutlich von der eher konservativen „Welt“ geradegerückt wurde. 
Die seriöse Geschichtsforschung hat Schultze-Rhonhofs Arbeitsweise in der Luft zerrissen: Rainer F. Schmidt wies in der FAZ anlässlich eines weiteren Buches Schultze-Rhonhofs darauf hin, dass er die „gesamte intensive Forschung zu diesem Komplex“ ignoriert habe und sich „auf höchst zweifelhafte Literatur“ stütze. Hierbei bediene Schultze-Rhonhof „Klischees, die von rechtsradikaler Seite hochgehalten“ würden.

In einem programmatischen Aufsatz für die hauseigene Zeitschrift "wir selbst" fabulierte Verlags-Inhaber Siegfried Bublies über den "Ethnopluralismus", welcher ihm offenbar sehr wichtig ist. Unter dem Begriff Ethnopluralismus versteht man eine zentrale Ideologie der "Neuen Rechten". Sie stellt dem biologistischen Rassismusbegriff den "Kulturrassismus" gegenüber, und kommt ohne „negativ belastete“ Begriffe wie „Rasse“ oder „Lebensraum“ aus. Kritiker verstehen das als sozialdarwinistischen "Rassismus ohne Rassen". Ethnopluralismus steht für eine Trennung von "Völkern, Rassen und Kulturen“, mithin also für eine Art „Kultur-Apartheid“: „Jeder soll bleiben, wo er ist!“. 

Oder kurz gesagt: "Ethnopluralismus" ist der 
intellektuelle Euphemismus für „Ausländer raus!“

Soviel zum Thema Maser.

Was lernen wir daraus?

1) Stürzenberger ist ein Geschichtsrevisionist von ganz weit rechtsaussen
Lieber Herr Stürzenberger: wer wie Sie einen Historiker wie Werner Maser zu Rate zieht, um Guido Knopp zu diskreditieren, weil der es wagt, über den Islam eine andere Meinung zu haben als Sie, der tut damit nur eines: er diskreditiert sich selbst.
Ihr Weltbild ist für eine Demokratie viel zu weit rechts, sonst wäre einer wie Maser für Sie keine historische Kompetenz. Wir fragen uns, wie Sie sich überhaupt in die CSU verirren konnten, die doch eigentlich auf dem Boden der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung steht. Denn: das tun Sie nicht.

2) Stürzenberger recherchiert schlampig
Oder, und das wäre ein alternativer Erklärungsansatz: Sie haben Knopps Doku gesehen, und sich darüber aufgeregt, dass er nicht, wie Sie das getan hätten, „den Islam“ als Wurzel allen Übels hingestellt hat. Und da haben Sie auf die Schnelle im Internet was gesucht, was man gegen Knopp verwenden kann. Und Werner Maser gefunden, und seine Aussagen verwendet, ohne den Hintergrund zu beleuchten.

Also, lieber Herr Stürzenberger: Sie haben die Wahl. Sind sie ein neurechter Geschichtsrevisionist, oder sind Sie einfach nur ein schlampiger Autor? Wahrscheinlich beides.

Und wissen Sie was, Herr Stürzenberger? Sie sind gar kein Christ. Warum? Nun, das ist einfach.

Für einen Christen sollte die Bergpredigt Maßstab sein, die Nächsten- und Feindesliebe des überzeugten Menschensohnes Jesus Christus. Wenn eines Tages wirklich Deutschland die Scharia übernehmen sollte und „der böse Moslem“ kommt, um Sie aus Ihrem Haus zu werfen und in die Sklaverei zu verkaufen, dann müssten Sie ihm auch noch Ihre Garage anbieten. UND das Haus Ihrer Eltern! 

DAS will Jesus Christus von Ihnen: „den Islam“, Ihren Feind, lieben, und immer auch die andere Wange hinhalten. Da passt es für einen Christen nicht, wenn man wie Sie hetzt, diskreditiert, verleumdet oder gar wie der visionserleuchtete evangelikale US-Prophetenjünger Merkle/Mannheimer zur Gewalt aufruft. 

Es sei denn, es erscheint eines Tages die Bibel in der Stürzenberger-Mannheimer-Übersetzung. Da werden die Gebote der Feindes- und Nächstenliebe dann fehlen, nicht wahr?

So long

Der Falke







PS: Natürlich gibt es auch Kritik an Guido Knopp. Wir sind ja eine Demokratie. Aber diese Kritik ist ganz anders gelagert. Und viel kompetenter.


PPS: Ein Gruss an Patrick Gensing.



Freitag, 19. August 2011

+++ Horror! +++ Islamisierung erreicht "PI-news.net" +++ Jetzt auch "Taquiyya" (taktisches Lügen) bei PI-Autoren!+++

Ja Servus,

manchmal (manchmal!) kann man einen Artikel auch ohne tiefgehende Recherche schreiben. Nämlich dann, wenn einem was ins Auge springt, und man das ganze Ding sofort fertig im Kopf hat.

So ging es uns grade eben: nach einem langen Tag und dem 4:1-Sieg von Borussia Mönchengladbach noch schnell eine Alibi-Presseschau veranstaltet und bei "PI-news.net" reingeschaut, auch, um für einen ganz anderen Artikel was zu recherchieren. Und was steht da?



Der ja eigentlich gar nicht so heisst. Aber geschenkt: hier heisst ja auch keiner "Falke". Weder mit Vor-, noch mit Nachnamen. Hier heisst aber auch keiner "Matthias Heidelberger" oder so.

Aber da fiel den Falkenaugen bei uns was auf. Tief in den Windungen unserer vergutmenschten, kulturmarxistisierten und grünlinken Hirne schlummerte etwas, und plötzlich brach es hervor: da hatte uns doch der PI-Autor "Frank Furter" gerade vor einer Woche weismachen wollen, dass der Autor "Michael Mannheimer" gar kein PI-Autor wäre. Und irgendwann 2010 seinen letzten Gastbeitrag geschrieben hätte.



Verstehen wir vollkommen, Herr Furter. Da sind wir ganz bei Ihnen. Bei dem Hintergrund des Herrn "Mannheimer" würden wir uns, wenn wir PI-Autoren wären, von dem auch distanzieren wollen. Der ist doch nur ein religiös verblendeter Kreuzritter, oder? Der klassische "irre Einzeltäter", oder? Nicht wahr?

Also, Herr "Furter", wie dürfen wir das alles jetzt verstehen? Ist das "politisch inkorrekte Taquiyya", einfach mal zu behaupten, "Mannheimer" wäre kein PI-Autor? Oder weiss bei PI die rechte Hand nicht, was die extrem rechte Hand tut? Uns wäre ehrlich gesagt beides recht.

Um Ihnen bei der Antwort zu helfen, setzen wir doch einfach mal die Logik ein (doch, Herr "Furter", es GIBT Logik!).

Nachdem so deutlich klar gemacht wird, dass die
"...Kommentare zu den Beiträgen...nicht...die Meinung des PI-Teams [widergeben]..." 
so sind im Umkehrschluss die Gastbeiträge aber durchaus als "im Sinne des PI-Teams" zu verstehen, nicht wahr? Na, dann ist "Mannheimer" ja wohl wirklich ein PI-Autor. Wer des öfteren Gastbeiträge schreibt, und wessen "Publikationen" ständig auf der PI-Hauptseite zum Download angeboten werden, der...(Sie können den Satz sicher selbst beenden).

Hätten wir das also geklärt. Fragt sich nur, warum Herr "Furter" in diesem Punkt lügt. Lügt er in seinen anderen  Beiträgen auch?

So long

Der Falke




P.S.: Da scheint den Herrn "Mannheimer" ja jemand wirklich getroffen zu haben, wenn er sich auf "PI" wehren muss. Gelle?

Mittwoch, 17. August 2011

Der Triumph des Rechtsstaates - "Gnade ist unverdient"

Ja Servus,

BILD.de berichtet heute ungewohnt sachlich über die neuerlichen Ermittlungen gegen die ehemalige RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt
Mohnhaupt soll am Überfall auf einen Waffenhändler beteiligt gewesen sein, wie die erneute Auswertung alter Spuren mittels DNA-Abgleich ergab. Drei Zigarettenkippen, die im Fluchtfahrzeug sichergestellt wurden, konnten Mohnhaupt eindeutig zugeordnet werden.

Überhaupt fährt BILD.de beim Thema RAF eine eher "softe" Linie und berichtet meist sehr sachlich - man könnte sogar fast sagen: "journalistisch" -, wenn nur diese BILD-typischen Ausreisser nicht wären. Und die kommen, wenn man von RAF-Terroristen vor oder nach ihrer rechtmässigen Entlassung Reue verlangt - obwohl das weder bei Begnadigungen Sinn macht, noch bei regulären Entlassungen nach Verbüssung von Strafen irgendeine rechtliche Grundlage hat.

Georg Schramm hat das in seiner Bühnenidentität als "Lothar Dombrowski" einmal wunderbar herausgearbeitet, als damals die Diskussion um eine vorzeitige Begnadigung Christian Klars durch Bundespräsident Horst Köhler hochkochte: er verwies auf den Begriff der "Gnade" selbst, und sagte: 
"...weil es das Wesen der Gnade ist, dass sie unverdient ist".
Christian Klar muss sich die Gnade also nicht erst durch Reue verdienen. Schramm zielte damit darauf ab, dass die Gnade ein Herrschaftsinstrument ist, ein Ausdruck der Macht der Staatsgewalt über seine Bürger. Wie gründlich muss die Resozialisierung im Gefängnis bei Christian Klar angeschlagen haben, dass er damals den Bundespräsidenten um Gnade bat? War das nicht Klars Ausdruck der totalen Unterwerfung, und damit der totale Triumph des Rechtsstaates? Schramm: "Tiefer kann ein Christian Klar überhaupt nicht sinken..."

Wie stumpf muss man angesichts dieses Hintergrundes eigentlich sein, dass man, wie der damalige CSU-Chef Stoiber, die Reue als Voraussetzung für eine Begnadigung aufbauscht? Vielleicht sollte man auch dem Juristen Stoiber oder auch dem einen oder anderen BILD-Redakteur mal sagen, dass es der Reue auch dann nicht bedarf, wenn jemand nach Verbüssung seiner Strafe entlassen wird. Denn schliesslich sind wir ein Rechtsstaat - und haben eben keine Willkür- oder Rachejustiz

Ein ähnliches Verhalten wie Christian Klar zeigt heute Brigitte Mohnhaupt. Sie bittet die BILD-Reporter, ihren Aufenthaltsort nicht preiszugeben. Soll ich es nochmal schreiben? Okay: 
Sie bittet die BILD-Reporter, ihren Aufenthaltsort nicht preiszugeben.
Was will man als Rechtsstaat eigentlich noch mehr erwarten? WAS?

So long

Der Falke




P.S.: Georg Schramms "Gnadenrede" im Video. Zahnbürsten stellen wir zur Verfügung.



Montag, 15. August 2011

Kleines Rassistenquiz: "Wer hats gesagt?" (NICHT die Schweizer!)

Ja Servus,

eigentlich waren wir ja im Netz unterwegs wegen eines ganz anderen Themas, stiessen aber dann auf einige Zitate, die uns zu denken gaben. Also machen wir hier mal ein heiteres Zitate-Raten. Aber damit es nicht ZU spannend wird, lösen wir das auch gern sofort auf.

Also: von wem sind jeweils die folgenden Sätze?
- "...[Ich warne vor einer] zunehmenden Verdummung der Bevölkerung, weil sich die sittlich Haltlosen unkontrolliert und die Begabten viel zu selten fortpflanzen."
- "Eine Steigerung der Fortpflanzungsquote ist notwendig für den Volkserhalt."
- "...dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen.“
Wer gern rät, solls gern mal versuchen. Die Lösungen sind ebenso überraschend wie erschreckend, und sind unten angehängt. Und wenn man draufklickt, kann man sie auch lesen.

So long

Der Falke

Und hier sind die Lösungen.


Jürgen Fliege relativiert den Holocaust. Und BILD hilft dabei.

Ja Servus,

einen Tag lang fehlten uns die Worte darüber, dass "TV-Pfarrer" Jürgen Fliege einen Satz absonderte, der uns das Blut in den Adern gefrieren liess. Und der nun schon 24 Stunden unwidersprochen durch das Internet wabert. Wir hatten eigentlich gedacht, irgendeiner sagt schon was dazu, aber bislang ist Schweigen im Walde Netz.

Was war passiert:
Fliege bietet auf seiner Homepage eine medizinisch selbstverständlich völlig wirkungslose "Fliege-Essenz" an. Das soll wohl Wasser sein, das durch sein spirituelles Zutun (Beten?) in was auch immer verwandelt wird. Knapp 100 ml für knapp 40 Euro (!!).


Unter anderem das rief die Sektenbeauftragte des Hamburger Senats, Ursula Caberta, auf den Plan, die in ihrem Buch "Schwarzbuch Esoterik" in einem Rundumschlag Prominente anprangert, die ihrer Ansicht nach der Esoterik Vorschub leisten. Und damit Menschen für die Aktivitäten von Sekten anfälliger machen.

Dieser Vorstoss ist unserer Meinung nach ein wenig überzogen, wenn sie zB Hape Kerkeling oder auch Nena deswegen angreift, aber man muss Cabertas Vorgeschichte berücksichtigen: 

seit Jahrzehnten warnt Caberta vor den Gefahren der (nicht nur in unseren Augen) faschistoiden Psychosekte "Scientology", und hat mit ihrer beharrlichen, selbstlosen und aufklärerischen Arbeit in Deutschland ein Klima geschaffen, in welchem Scientology nicht mehr so recht gedeihen kann. Dabei setzte sie sich gegen grösste Widerstände durch, u. a. zahllose Klagen, Kampagnen, Denunzierungen und auch Drohungen durch Scientology und / oder beauftragte Anwälte. Aber sie blieb bei ihrem Ding und zog es durch. Daher sei ihr problemlos verziehen, wenn sie wie hier ein wenig über das Ziel hinausschiesst.
Über Cabertas Engagement ging auch die eigentlich vielversprechende Partnerschaft mit der damals sehr erfolgreichen Scientology-Kritikerin Renate Hartwig in die Brüche. Hartwigs Buch "Scientology: Ich klage an" hatte uns Anfang der 90er für den Bereich sensibilisiert. Gemeinsam hätten die beiden noch viel mehr erreichen können.

Aber Fliege wehrte sich. Seinem offensichtlichen Drang, in der Öffentlichkeit eine Rolle spielen zu müssen, gab er nach und gab ein "Gegeninterview". Und wo macht man das am Besten? Genau. Bei BILD.de.

Unter der Schagzeile "Nach dem Sex bete ich" (plakativer gehts dann wohl kaum noch) bietet BILD ihm ein Forum. Und weil Fliege auch vorgeworfen wird, für Produkte von Scientology Werbung zu machen, antwortet er BILD.de allen Ernstes:
"Caberta sagt, 'Kauft nicht bei Scientologen'. Wie früher in ungleich gefährlicheren Zeiten gesagt wurde: 'Kauft nicht bei Juden'...". 
Doch, stimmt wirklich. Soll ich es nochmal aufschreiben? Okay, hier der Screenshot:


Das schlägt doch dem Fass die Krone ins Gesicht, oder? Sind WIR hier die Irren, die das absolut unmöglich finden? Da passieren doch gleich zwei unglaubliche Dinge auf einmal:

- zum Einen setzt sich hier ein deutschlandweit bekannter TV-Moderator und evangelischer Pfarrer für eine erwiesen menschenverachtende und faschistoide Organisation ein, deren oberstes Credo das "Geldverdienen" ist. Scientology akzeptiert keinerlei staatliche Autorität, agiert so gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung und wird seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet.
Wie Fliege das mit seinem so plakativen christlichen Glauben vereinbart, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht sollte er einfach mal lesen, was sein Heimatclub, die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD), über seinen neuen Verein, die Scientologen, so schreibt.

- zum Anderen stimmt er ein in deren konstruiertes Opfer-Gehabe, wonach sie behaupten, sie wären die "Juden der 90er" und würden in Deutschland genauso verfolgt wie im 2. Weltkrieg die menschen jüdischen Glaubens.

Wenn das ein ideologisch verblendeter gehirngewaschener oder unter dem Zwang seiner Vorgesetzten stehender Scientologe sagt, kann ich das noch einordnen: das ist eine Relativierung des Holocaust, die man nicht durchgehen lassen kann, die man aber von faschistoiden Organisationen gewohnt ist.
Eine völlig weltfremde und verstellte Sicht der Dinge, denn hierzulande wurden mal noch keine Scientologen enteignet, verjagt, deportiert, in Ghettos gesperrt, gefoltert, eingesperrt, auf offener Strasse erschossen oder auch mal mit Knüppeln erschlagen, zu Zwangsarbeit oder einfach nur zum Verhungern in Konzentrationslager eingewiesen oder am Ende planmässig und industriell umgebracht. Und solange wir ein Rechtsstaat sind, wird das auch nicht passieren.

Aber wenn ein bundesweit bekannter TV-Moderator so etwas sagt, dann kann das nur zwei Ursachen haben:
- entweder, er ist komplett durchgeschossen und glaubt, was er sagt
- oder er ist komplett skrupellos und erzeugt einen kalkulierten Skandal, um Aufmerksamkeit und damit UMSATZ zu generieren.

Mit letzterem würde Fliege zeigen, was er inzwischen ist:
Ein Unternehmer in eigener Sache, ohne jeglichen ethischen oder moralischen Anspruch. Aber mit einem übermoralischen und überethischen Anstrich.

Und dass BILD.de diesen Satz unkommentiert ins Netz stellt, dafür gehört Herrn Diekmann für drei Tage das Haargel entzogen. Oder schlimmeres.

So long

Der Falke

Das Feindbild Islam

Ja Servus,

das ZDF zeigt grad im Rahmen von Guido Knopp's "History"-Serie das Special "Kreuz gegen Halbmond". Dort kommt der Islamwissenschaftler Peter Heine von der Humboldt-Universität Berlin mit einem Kommentar zu Wort, den wir den Wortführern der islamophoben Blogs gern mal an die Stirn tackern würden:
"Kann es eine Welt geben, in der man keine Feindbilder hat? Ich habe mich da immer gegen gewehrt, aber ich muss jetzt einfach empirisch feststellen: Offenbar brauchen Gesellschaften Feindbilder, um irgendwie zu funktionieren. [...] Derzeit ist der Islam das Feindbild."
Peter Heine bestätigt damit den Psychoanalytiker Fritz Riemann (1902 - 1979). Von ihm stammt das Grundlagen-Werk der psychoanalytischen Angstforschung "Grundformen der Angst" (1961), welches angstgestörte Persönlichkeiten in schiziode, depressive, zwanghafte und hysterische Persönlichkeiten einteilt . Riemann schrieb:

"Die amorphe Masse braucht eine Angst, sich zu strukturieren."



Und selbst der nette Hardliner aus Altötting, der ehemalige Prof. Ratzinger, jetzt mit dem Pseudonym Benedikt XVI. unterwegs, liess sich anlässlich seines Besuches in der Türkei zu dem Satz hinreissen: 
"Unter den verschiedenen Religionen betrachtet die Kirche mit Hochachtung auch die Muslime, die die Existenz eines alleinigen Gottes anerkennen."

Links Prof. Ratzinger, rechts Mustafa Cagrici, gemeinsames Gebet in der Blauen Moschee

Von Prof. Ratzinger halten wir nicht so viel, weil er ein religiöser Dogmatiker ist. Und wir mögen keine religiösen Dogmatiker, egal, welcher Glaubensrichtung. Umso mehr schätzen wir diesen Satz.

Also, liebe Christen bzw. diejenigen, die sich dafür halten, liebe Kreuzritter, liebe PI-"Vordenker", liebe anonyme und offene Ausländerfeinde, liebe Ewiggestrige, liebe Paranoide und liebe Alkohol-Erleuchtete:

Der Islam ist nicht der Feind. 
- Der Feind ist immer derjenige, der das alleinige Deutungsrecht über eine "Heilige Schrift" hat, heisse sie nun Talmud, Tanach, Bibel, Testament, Koran, Haditha oder sonstwie. 
- Der Feind ist derjenige, der festlegt, wer zum Kreis der Rechtgläubigen dazugehört und wer nicht. 
- Der Feind ist derjenige, der den ursprünglich friedlichen und versöhnlichen Grundgedanken seiner Religion ins Gegenteil verkehrt, um einen Krieg gegen "die Anderen" zu legitimieren.
Und zum Thema "Heiliger Krieg" sei nur soviel gesagt:
Der Begriff stammt aus dem Alten Testament (Joel 4,9). Er ist also ein Produkt der bei uns so vielbeschworenen "jüdisch-christlichen Tradition". Mohammed hat den Begriff nur abgeschrieben. 

So long

Der Falke




Edit: dieser Beitrag ist inspiriert von Hagen Rether.


Donnerstag, 11. August 2011

Herr Herre, hier der Hintergrund Ihres geschätzten Autors "Michael Mannheimer"

Untertitel: Auch Jesus war ein Gutmensch

Ja Servus,

vor einigen Tagen wurde das Pseudonym des "Autors" "Michael Mannheimer" durch den Politblogger aufgedeckt. Für uns Anlass genug, den Hintergrund zu beleuchten um mal herauszufinden, was so einen überhaupt antreibt. Also...den "Mannheimer".

Ach, Du meine Güte, was da alles rauskam: wo fange ich bloss an?

Kapitel 1) Der Prophet
Paul Cain, geboren 1929,  ist ein in den USA bekannter Prediger und Heiler ("minister") der "Kansas-City-Propheten-Bewegung". Um die Schwangerschaft seiner Mutter und seine Geburt ranken sich Legenden um Wunderheilungen und andere ungewöhnliche Dinge, wie Engelerscheinungen. Bereits in den 50er Jahren zog er durch die USA und schaltete sogar Zeitungsanzeigen, um Kranke durch "Handauflegen" zu heilen.

Anzeige aus dem Jahre 1953
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Und dieser Paul Cain hatte 1988 eine Gottesvision. Gott sprach zu ihm (!) und sagte ihm vier Prophezeiungen voraus.
Unter anderem propehezeite er den Untergang der Sowjetunion und den Fall des "Eisernen Vorhangs". Damit zusammenhängend prophezeite er, der "Geist des Kommunismus" würde sich mit dem Islam "verheiraten". Das Ergebnis dieser "Heirat" wäre "schlimmer als das 3. Reich", und würde sich schwerpunktmässig in Europa abspielen. Die Christen müssten sich vereinen, um das abzuwenden.

Ausriss aus: "Initiative1683.com", mit den "vier Prophezeiungen des Paul Cain"
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Kapitel 2) Die Jünger
Es gibt eine überkonfessionelle "christliche Bewegung" namens "Initiative1683", die sich eben auf diese Prophezeiung beruft. Und einer der "Sprecher" dieser Bewegung ist unser bekannter und beliebter "Michael Mannheimer"!
Ausriss aus "Initiative1683.com"
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Und auch einen anderen Bekannten sehen wir hier wieder: Nasseem ben Iman, der mit "Mannheimer" die "Göttinger Gespräche" geführt hatte - über die auch "Politically Incorrect" fleissigst berichtete. Wenn man da allerdings mal genau hinschaut, sieht man auch, wer da bei PI der Autor dieses Artikels ist: "Victoria Lucas", von der "Initiative1683.com"!
Kann natürlich auch sein, dass das ein weiteres Pseudonym von Merkle/Mannheimer ist.

Was lernen wir daraus:
Mannheimers Triebfeder ist die "Vision" eines US-Wanderpredigers und Wunderheilers! 



Kapitel 3) Was die Jünger wahrscheinlich noch nicht wissen
Paul Cain hatte lange Jahre ein Geheimnis. Plötzlich warf er 2005 alles hin, weil herausgekommen war, dass er ganz unchristlich schwul war und ausserdem dem Alkohol mehr zugesprochen hatte, als es für sein Gehirn gut war.
In einem Brief gab er seine "Verfehlungen" zu und entschuldigte sich bei allen, die an ihn geglaubt hatten. Dieser Brief war auch auf seiner Webseite zu lesen, wo er aber heute nicht mehr steht. Aber wofür gibts im Internet Archive...und Google Cache?


Paul Cains "Rücktrittsschreiben"
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Was lernen wir daraus:
Mannheimers Triebfeder ist also die "Vision" eines verklemmt schwulen und alkoholabhängigen US-Wanderpredigers und Wunderheilers!



Kapitel 4) Die Rezeption
Wäre ich katholisch, würde ich nun ausrufen: "Um Himmels willen!"

DAS ist der Grund, weshalb "Mannheimer" diesen abgrundtiefen Hass auf Grüne, Linke und den Islam hat? Weil ein unglücklicher schwuler Evangelikaler aus Angst, sich zu outen und aus Kummer über den Zwang, sich in einer bürgerlich-bigotten Gesellschaft verstellen zu müssen, einen über den Durst getrunken hat? Und deshalb "Visionen" hatte? 

Gisèle Littmans (Bat Ye'or) Bücher können es nicht gewesen sein: "Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam" erschien erst 2002, das "Eurabien"-Buch erst 2005. Aber "Cains Visionen": das war 1988.

Fragen über Fragen:
Was sind das für Gedankenkonstrukte, die -ganz abgesehen von dieser äusserst lächerlichen Basis einer "Vision"- derart verworren zusammengesetzt sind, dass sie sich am Ende selbst widersprechen? 
Was sind das für Menschen,  die allein festlegen, was "links" ist und was nicht? Wo die politische Selbstverortung der Betroffenen keine Rolle spielt? Und die vom Islam mehr zu verstehen glauben als die, die Islamwissenschaften studiert haben?
Was sind das für Menschen, die diesen schrecklichen Hass auf alles linke und islamische versprühen, aber genau das, nämlich den Hass und die "Blindwütigkeit", denjenigen unterstellen, die ihre wirren Gedankenkonstrukte entlarven? Die ihre Diskussionen und Gespräche nur noch inzestuös untereinander führen, um ihre selbstgesetzten Denk-Schranken nicht verlassen zu müssen?
Was sind das für Menschen, die vorgeben, "Demokratie" und "Freiheit" verteidigen zu wollen, indem sie genau das beseitigen: nämlich "Freiheit" und "Demokratie" für Andersgläubige, oder kulturell andere? Inzwischen wird ja, auch bei PI, kaum noch zwischen "Muslimen" und "Migranten" unterschieden! Aber auch der "weisse katholische US-Amerikaner", der hier einwandert, ist Migrant! 
Was sind das für Menschen, die sich gegen den Vorwurf, rechtsextrem zu sein, so vehement wehren, aber im Internet nur einen einzigen Klick (oftmals weniger) von "white pride" und "14 words" entfernt sind? Auf Fjordman.wordpress.com fabuliert Autor "Kairos" über die "Selbstbehauptung der weissen Rasse" und verdächtigt "die Juden", Marylin Monroe umgebracht zu haben. Und auch der Anti-Islam-Vordenker "Fjordman" argumentiert in seinen dort übersetzten Beiträgen, dass die "Weissen" überlegen sind. 
Was sind das für Menschen, die glauben, "Linke", "Grüne", "Gutmenschen", die evangelische Kirche, "Mainstreammedien" und "Journalisten" wollten sich allen Ernstes selbst abschaffen und dem "Islam" Tür und Tor öffnen? Was wäre DAS MOTIV?
Was sind das für Menschen, die die Worte des Koran für die Taten einiger tausend durchgeknallter hirnamputierter Islamisten in Sippenhaft nehmen, aber jeglichen Zusammenhang zwischen ihren Worten und den Taten von Oslo abstreiten? Und am Ende durch eine verquere Un-Logik die Opfer zu ihren eigenen Tätern machen?
Was sind das für Menschen, die sich "Christen" nennen, aber das wichtigste Gebot der Christenheit, die Nächsten- und Feindesliebe, mit Füssen treten? Die zu den Waffen rufen, zum Aufstand anstacheln, Politiker und Journalisten wegen "Linksseins" vor Gericht zerren wollen und ihnen "Hochverrat" vorwerfen? Handelt so ein wahrer Christ? War Jesus nicht auch ein "Gutmensch"?
Fast tun sie mir leid. Wie kann man mit diesem ganzen Hass und der Wut eigentlich leben? Hass und Wut, die so gross sind, dass die Realitäten verbogen werden müssen, um sich an sie anzupassen? Kann mir das einer sagen?
Speziell für die Vordenker vom Schlage eines "Mannheimer" fallen mir dafür nur klinische Gründe ein. Erst recht vor dem Hintergrund der "Visionen" eines Paul Cain.

So long

Der Falke


Dem ist nichts hinzuzufügen

Servus,

bitte lesen. Alle.

http://lynxx-blog.blogspot.com/2011/08/verantwortung-der-medien.html

So long

Der Falke

Mittwoch, 10. August 2011

Netzfundstück: "Wenn das der Führ...ähm, Fjordman wüsste"

Ja Servus,

bei der Recherche nach politischen Positionen des inzwischen zu trauriger Berühmtheit gekommenen islamophoben Ex-Bloggers "Fjordman" sind wir auf einen seiner Artikel im "Brussels Journal" gestossen.
Das Organ nennt sich die "Konservative Stimme Europas", macht aber leider diesem Titel durch die Veröffentlichung des Fjordman-Textes nur wenig Ehre: denn traditionell sind "Islam" und "Konservativismus" kein Gegensatz.

Im Gegenteil. Immer wieder wird aufgezeigt, dass vor allem wertkonservative muslimische Migranten, vor allem Türken, für die Konservativen Parteien ein nicht zu unterschätzendes Stimmenpotential darstellen. Welches beispielsweise den Wahlsieg der CDU unter Rüttgers in NRW erst ermöglichte.

Aber:
Diesmal gehts gar nicht mal um den Inhalt des Artikels. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten einiger Fjordman-Texte wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Haha, nein, hier ist was ganz anderes passiert. Im Artikel erschien eine Werbeanzeige von "Muslima.com", auf der Muslime offenbar die passende Frau fürs Leben finden können. Doch, ist wirklich so, zum Beweis hier ein Screenshot:

zum Vergrössern anklicken

Ich weiss nicht, ob die Anzeige da dauernd steht, oder ob sie von AdWords nur für mich eingesteuert wurde (wäre ja aufgrund des Stichwortes naheliegend) ;-)

Wenn das der Führer Fjordman wüsste! Spätestens jetzt würde er sich zur Ruhe setzen, wenn er es nicht schon getan hätte.

So long

Der Falke









...lacht immer noch...